VOR GAR NICHT ALLZU LANGER ZEIT

Männer, die selbstbewußt vertreten, wie sich die Pilleneinnahme zur Empfängnisverhütung auf Frauen auswirkt. Die wissen, dass sich die Libido der Frau dadurch erhöht oder verringert und dass es eventuell zu Gewichtszunahmen kommt. Andere Nebenwirkungen wären keine zu erwarten. Andererseits schädigt die Pille womöglich die Kinder oder Enkelkinder. Die Pilleneinnahme erfordere jedoch ein gewisses Maß an Intelligenz, die vererbt wird – folglich werden die intelligenten Frauen verhüten, die dummen nicht und die Gesellschaft verblöden! 

Männer, die dazu befragt werden, ob die Pilleneinnahme zur Empfängnisverhütung durch Frauen wünschenswert ist oder nicht, die Überlegungen anstellen, ob Frauen dadurch zu Prostituierten werden könnten.  Männer, die die Gesellschaft aufrufen mit Frauen, als dem schwächeren Teil zu leben.

Männer, die mit dreißig noch nicht heiraten können, weil sie noch studieren und dadurch noch keine Familie erhalten können. 

Gesetze, Sozialarbeiterinnen – ein gesellschaftliches System, das ledigen Müttern das Recht auf ihre Kinder nimmt, ihnen die Fähigkeit zur Erziehung abspricht. 

Das Bewusstsein, dass das Verhältnis von ledigen Müttern zu ihren Kindern selbstverständlich neurotische Grundzüge birgt – im Gegensatz zu normalen (das heißt verheirateten) Müttern. Frauen, die unverheiratet Kinder zur Welt bringen, sehen diese als ihren einzigen Halt, sind dumm, wurden durch Karenzgeld und Geburtenprämie dazu verführt, etc. Sie müssen jedenfalls streng beaufsichtigt und erzogen werden. Kein Wort von den Vätern.

Ehemänner als einzige Chance für Mütter ihr Kind behalten zu können, die Obsorge für das Kind zu erhalten -innerhalb von max. zwei Jahren zu finden.  Erste verklemmte Ansätze zu einer abstrakten Sexualerziehung. Ausgerichtet auf ehelichen Verkehr. Frauen als natürlicher Weise empfindsamere, Nach innen gerichtete Wesen – erklärt aufgrund der Geschlechtsorgane.

 

Frauenbild in Österreich. Vor rund dreißig Jahren. Daran gemessen ist viel geschehen. Das bewusst gemacht, macht vieles begreifbarer. Umso unerträglicher die Selbstgerechtigkeit mit der viel zu viele Männer und Frauen eine Gleichstellung der Geschlechter in Österreich als Selbstverständlich behaupten und mit dem Finger auf patriachale Systeme in MigrantInnenfamilien zeigen. 

Hoffnung auf weitere Schritte. Angst vor Rückschritten. Bewusstmachen. In Erinnerung rufen. Weiterhin für Gleichberechtigung eintreten. 

Selbst ein Bild machen: 

Sexualerziehung Die Pille Ledige Mütter

und noch mehr lebendige Zeitgeschichte: europäisches Video- Fernseharchiv  

 

Trackbacks & Pings

  1. Vor gar nicht langer Zeit… « Wut im Bauch… am 22 Dez 2008 um 3:05 pm

    [...] Anita Pleschko hat in ihrem Blog zu diesem Thema alte Videos gesucht und gefunden. Ansehen empfehlenswert. Sexualerziehung Die Pille Ledige Mütter [...]

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